Ultra Violett

 

Wilkommen bei LOOK AT YOU!

Mein Name ist Isabella Jaburek-Nourry. Ich bin Farb- & Stilberaterin.

In meinen Blog-Einträgen informiere ich meine LeserInnen regelmäßig über Farb- & Stil-Themen. Lesen Sie in diesem Artikel über die magische Wirkung der Farbe Violett.

 

 

DIE BEDEUTUNG DER FARBE VIOLETT  (TEIL 1) 

 

 

 

 

 

 

Das Pantone Color-Institute hat Ultra Violett (#18-3838) als Farbe des Jahres 2018 auserkoren. Ein dramatischer Lilaton der Einfallsreichtum, visionäres Denken und Originalität ausdrücken soll. Das Jahr 2018 wird also mystisch. Die Farbe soll inspirieren, kreatives Denken fördern, zur Achtsamkeit anregen und einen Gegenpol zum reizüberfüllten Alltag darstellen. 

 

 

 

Ambivalente Mischung

 

 

 

 

 

 

Violett ist die Mischung aus Rot und Blau. Violett ist eine Farbe der gemischten Gefühle und wird von mehr Menschen abgelehnt als geliebt. Banal ausgerückt: Wasser erstickt Feuer, Hitze trifft auf Kälte. Farbforscher meinen sogar, dass es niemals eine echte Verschmelzung zwischen Rot und Blau geben kann. Die beiden Farbenergien bekämpfen sich gegenseitig.

 

Die Farbmischung von Blau und Rot trägt eine immense Spannung in sich.

 

Amerikanische Psychologen haben einen interessanten Versuch mit Farben und Kleidung gemacht. Einer Gruppe von Männern wurde ein Video vorgeführt, in dem eine Frau einen blauen Pullover trägt. Sie wurden anschließend befragt, ob sie sich mit dieser Frau treffen möchten. Die Dame im blauen Pullover wurde jedoch als unattraktiver Durchschnittstyp bewertet. Niemand wollte sich ein Date mit ihr ausmachen. Bei der zweiten Videovorführung trug die Dame einen roten Pullover. Immerhin zeigte die Hälfte der männlichen Probanden plötzlich Interesse. Sie beurteilten die Lady in Rot als attraktiv und würden mit ihr ausgehen. Der Versuch sollte zeigen, inwiefern Farben unsere Entscheidungen beeinflussen.

Und wenn die Frau eine violetten Pullover getragen hätte? Höchstwahrscheinlich hätten die Probanden einerseits Interesse und andererseits Unsicherheit gezeigt. Violett als ambivalente Farbe, deren innere Spannung nur wenige Menschen aushalten können, wirkt geheimnisvoll, extravagant, verführerisch, abgründig, dramatisch, sinnlich, luxuriös, kühl, beklemmend, sakral oder intuitiv. Violett verleiht einen Hauch von Dramatik, Eleganz und Individualität. Menschen die sich mit diesem Farbton umgeben sind Individualisten, die man nicht so schnell vergisst. Wer nicht auffallen möchte, sollte auf kräftiges Violett verzichten.

 

Mischfarben oder Sekundärfarben zeigen einen vielschichtigen Charakter. Je nach dem wie die Mischung ausfällt, ergeben sich ganz unterschiedliche Violett-Nuancen, entweder mit mehr Blau- oder Rotbetonung. In der Antike wurde beispielsweise mit Purpur gefärbt. Es war einer der teuersten Farbstoffe mit breitem Farbspektrum. Das kirchliche Violett hat seinen Ursprung im Purpur. Purpur ist die allgemeine Bezeichnung für Nuancen zwischen Rot und Blau (physikalisch gesehen zwischen Rot und Violett). Rotviolett oder Violett war die Farbe der Herrschenden und Mächtigen.

 

 

 

Farbe der Macht

 

 

 

 

 

 

Der Farbstoff Purpur spielte in der antiken Welt eine große Rolle. Purpur war der Inbegriff von Reichtum, Schönheit und Macht. Im römischen Reich war es nur dem Kaiser, der Kaiserin und dem Thronfolger gestattet Kleidung in dieser Farbe zu tragen. Minister und hohen Beamten hatten lediglich einen purpurfarbenen Besatz an der Toga. Die strenge Kleiderordnung wurde strickt eingehalten. Die Machtfarbe Purpur war die Farbe der Herrscher. Sonst trug niemand diese Farbe, darauf stand die Todesstrafe.

Ca. 1500 v. Chr. haben die Phönizier die Gewinnung des Purpurfarbstoffs aus der Purpur-Schnecke entdeckt und die Farbrezepte streng geheim gehalten. Das Farbspektrum reichte von tiefem Blauviolett bis zu blassem Lila. Der Farbstoff wurde aus dem meist farblosen, leicht gelblichen Schleim der Meeresschnecken hergestellt. Aus 100 Litern Schneckensaftbrühe konnten lediglich fünf Liter Farbstoff hergestellt werden. Nur die Reichsten konnten sich purpurfarbene Kleidungsstücke leisten, denn die Anfertigung der Prachtgewänder dauerte mehrere Jahre.

 

 

 

Farbe an der Grenze

 

 

 

 

 

 

Dieses Foto habe ich mit meinem Samsung Galaxy S6 am 31.12.2017 um ca. 23:43 Uhr in Bratislava-Zentrum aufgenommen. Ich habe es nicht bearbeitet. Interessant erschien mir, mit welcher magischen Anziehungskraft die Menschen diesem Licht zum Donauufer folgten. Viele versammelten sich bei einer Tribüne in Ufernähe und warteten auf das Feuerwerk anlässlich des Jahreswechsels. Das ultra-violette Licht, begleitet von sphärischen Klängen, strahlte in den Nachthimmel und verschwand in der Finsternis. Ein magischer Moment.

Violett steht an der Grenze zu dem für das menschliche Auge unsichtbaren Ultraviolett. Für den Physiker steht Violett am Anfang oder am Ende des sichtbaren Spektrums als Farbe der höchsten Lichtschwingung, zeigt aber zugleich die kürzeste Wellenlänge. Violett wird durch ein Prisma von allen Farben am stärksten gebrochen. Bei Betrachtung eines Regenbogens steht diese Farbe am äußersten Rand der Spektralfarben, nimmt aber gleichzeitig den größten Bereich ein. Violett ist die Farbe der Magie, in manchen Kulturen sogar die Farbe der Seelenwanderung, Symbol für Sehnsucht, Täuschung oder Zauberei.  

 

 

 

Süße Zauberei

 

 

 

 

 

 

Auf dem Foto sind keine Edelsteine abgebildet, sondern kandierte Veilchen. Abgesehen von der Farbe ist der zarte Geschmack der Veilchen etwas Besonderes. Die Verwendung der kandierten Blüten, um Speisen zu verzieren oder zu versüßen, erreichte ihren Höhepunkt ca. im 15. und 16. Jahrhundert. Die Blumen wurden in Honig gekocht, in Öl eingeweicht oder mit Mandeln und Rosenwasser zu einer Art Marzipan verarbeitet. In England zur Zeit von Königin Viktoria war es en vogue kandierte Veilchen zu naschen. Echte Veilchenblüten waren auch die Lieblingssüßigkeit der legendären Kaiserin Sisi. Bei der K. u. K. Hofzuckerbäckerei Gerstner in Wien sind sie nach dem Originalrezept in einer Samt-Dose erhältlich. Eine lila-süße Verführung.

 

 

 

Lila Verführung

 

 

 

 

 

 

‚Zusammen mit Schwarz und Rot wird Violett als die Farbe der Lust angesehen. Dies liegt nicht nur daran, dass man der hohen Geistlichkeit des Mittelalters einen besonderen wollüstigen Lebenswandel nachsagte, sondern dass farbtheoretisch in der Farbe Violett das aktive fordernde Rot mit dem hingebungsvollen Blau verschmilzt‘ (K. Vollmar). Violett drückt die Faszination der Lust aus. Das Foto zeigt ein Spitzentop aus der Wäsche-Kollektion Rosamunde. Verführerische violette Transparenz als Sinnbild für Lust und Hingabe.

 

 

 

Lila Blütenpracht

 

 

 

 

 

Natürlich musste ich stehenbleiben und diese Blütenpracht am Mercato di Sant‘ Ambrogio in Florenz fotografieren. Violett, kräftiges Pink und Lila sind so seltene Farben in der Natur, dass die Farbnamen meist identisch sind mit den Namen der Blumen. Violett wird zwar immer wieder als „Unfarbe“ bezeichnet, aber die wenigen Blüten die in der Realität zu finden sind, sind für Fotografen beliebte Shooting-Objekte.

 

 

Farbe und Psyche

Was ist ihre Lieblingsfarbe? Farben können nicht nur Emotionen auslösen, sie verraten angeblich auch einiges über die Psyche, die Vorlieben und Charakterzüge eines Menschen. Der wohl berühmteste Farben-Test dazu ist der sogenannte Lüscher-Test, der 1947 von dem Schweizer Psychologen Max Lüscher entwickelt wurde. Der Lüscher-Test wurde immer wieder überarbeitet und verbessert und ermöglicht unter anderem Einblicke in das Selbstbild, die Leistungskraft und Stressverträglichkeit eines Menschen. Die Erkenntnisse daraus werden heute nicht nur in der Personalentwicklung, sondern auch für Produktdesign oder in der Medizin eingesetzt.

 

 

Sie wollen mehr Informationen über eine individuelle Farbberatung? 

mehr Informationen über Farbberatung

 

 

FARBBERATUNG – FARBHARMONIE  (TEIL 2)

 

 

Violett auf unserer Haut

Sicher haben sie das Phänomen aber schon im Alltag beobachtet: Einer rothaarigen Frau mit pfirsichfarbenen Teint passen eben ganz andere Farben als einer schwarzhaarigen Frau mit einem kühlen Hautton. Jeder Mensch hat von Geburt an sein natürliches Hautkolorit, das sich aus drei Faktoren zusammensetzt: Hautton (Teint), Haarfarbe und Augenfarbe. Welche Farben am besten zu Gesicht stehen und zur Persönlichkeit passen, kann mittels individueller Farbtyp-Beratung festgestellt werden.

Kräftige, klare Violett-Nuancen beinhaltet zum Beispiel die sogenannte Winter-Farbpalette für den ‚Wintertyp‚. Die Farben wirken klar, eisig, kontrastreich. Die Hautfarbe des ‚Wintertyps‘ bewegt sich zwischen hellem bis mittlerem Rose-Beige, Mittel- bis Dunkel-Rosa, helles, mittleres, dunkles Oliv, Braun, Braunschwarz oder Schwarz. Der Hautunterton erscheint bläulich. Der Teint wirkt oft durchsichtig und kühl. Ein perfektes Beispiel hierfür ist die Burlesque-Tänzerin und Model Dita von Teese.

‚Wintertypen‘ fallen durch ihre Kontraste auf. Da gibt es zum einen den charakteristischen südländlichen Typ mit schwarzen Haaren und dunkler Haut. Bei uns findet man dagegen mehr Menschen mit dunklen Haaren und heller Haut. Die Augenfarbe ist entweder Hellblau, Hellgrün, Blaugrau, Grün-Grau, Mittelbraun, Nussbraun, Olivbraun, dunkles Blaugrau oder Schwarz-Braun. Die Haarfarbe ist möglicherweise Hellblond, Platinblond, Mittelaschbraun, Dunkelbraun, Schwarzbraun, Schwarz, Blau-Schwarz oder Silbergrau, Grau, Weißgrau und Weiß.

 

 

 

 

Entwicklung und Entstehung der Farbtypberatung

Die Entstehung und Entwicklung der Farbtypberatung begann bei dem Schweizer Kunstpädagogen Johannes Itten (1888-1967). Den Untersuchungen von Itten ist es zu verdanken, dass wir die Farbharmonien in den unterschiedlichen Jahreszeiten auch auf uns Menschen übertragen. Er beobachtete seine Studenten und stellte dabei fest, dass sie bei der Aufgabenstellung zusammenpassende Farbakkorde zu malen, intuitiv jene Farben wählten, die harmonisch zu ihren Haaren und ihrer Haut passten. In seinem Buch Kunst der Farbe (1961) beschrieb Johannes Itten seine Beobachtungen und kreierte daraus die erste Farbtypen-Lehre. Aufbauend auf die Lehre von Itten hat die Malerin Suzanne Caygill (USA) eine praktische und  personenbezogene Methode ausgearbeitet. Sie versuchte die individuelle Farbgebung des Menschen zu erfassen und fertigte handgemalte Farbkarten, passend zur Haar-, Haut- und Augenfarbe ihrer Kunden. Dieses System wurde natürlich weiterentwickelt und vereinfacht.

Dennoch sind die vier Jahreszeiten ein gutes Beispiel für die unterschiedlichen Farben und deren Wirkungen. Im Winter prägen weiße und graue Töne der Schneelandschaft das Bild. Kalte Farben sind das Symbol für den Winter. Der Frühling bringt leuchtendes Grün hervor. Das satte Gelb der Narzissen und das feurige Orange der Tulpen – alle warmen, klaren Farben prägen das Bild dieser Jahreszeit. Der Sommer zeigt kühle Pastellfarben. Flirrende Hitze sorgt in dieser Jahreszeit für einen bläulichen Schimmer in der Luft. Im Herbst bestimmen Rostbraun, Weinrot oder Ocker das Bild. Die Sonne steht tiefer und der Nebel dämpft die leuchtenden warmen Farben.

Die klassische Einteilung in die „Vier-Jahreszeiten-Farbtypen“ ist längst überholt. Die Jahreszeittypologie kann maximal als Basis bzw. Ausgangspunkt betrachtet werden. Heute wird im Zuge einer ganzheitlichen Farbberatung wesentlich präziser und individueller beraten. Ich persönlich arbeite nach einem System mit zehn verschiedenen Farbpaletten.

 

Was ist das Ziel einer Farbberatung?

Das Ziel einer Farbberatung ist, die individuelle Farbpigmentierung, die sich im Laufe des Lebens nur minimal ändert, zu bestimmen. In Übereinstimmung mit der persönlichen Hautpigmentierung kann anschließend die äußere Farbgestaltung, beginnend bei der Kleidung, der Haarfarbe, dem Make-up und den dazu passenden Accessoires, im Einklang mit ihrer Persönlichkeit und Farbvorlieben, harmonisiert werden.

In der Farbanalyse wird mittels spezieller Farbtücher der individuelle ‚Farbtyp‘ ermittelt. Das Resultat ist der Ausgangspunkt für ihre ‚Farbenwelt‘, um ein harmonisches, vitales Gesamtbild, unter Berücksichtigung vieler Faktoren, wie Statur, Stil, Beruf u.v.m., zu schaffen. Die dazu verwendeten Farb- bzw. Analysetücher in den verschiedenen Farben, helfen nicht nur den Unterschied der Farbwirkung eindeutig festzustellen, sondern zeigen auch gleichzeitig, welche Farbkombinationen für die Kundin/Kunden optimal sind.

 

Ihr Nutzen – Farben sind der Ausgangspunkt

Wahrnehmungspsychologisch werden Farben vor Formen erkannt. Farben werden zuerst wahrgenommen, erst dann fällt der Blick auf den Schnitt oder Stil. In diesem Zusammenhang ist es daher sinnvoll, mit einer Farbberatung zu beginnen. Ihr Auftreten wirkt sympathisch und gewinnender. Ihre Ausstrahlung wird durch die Auswahl der richtigen Farben optimiert. Nach einer Farbberatung ist ein gezielter Garderobenaufbau möglich. Sie sparen Zeit, da der Umgang mit Farben und Farbkombinationen erleichtert wird.

 

 

Lassen sie Farbe in ihr Leben, denn Farben haben Einfluss auf ihre optische Erscheinung, ihre Attraktivität, ihre Wirkung und Kommunikation!

 

 

Wie ist der Ablauf einer individuellen Farbberatung?

Lesen Sie >> hier weiter 

 

 

farbenfrohe Grüße 

Isabella Jaburek-Nourry

  

 

 

Fotos:

Isabella Jaburek-Nourry / LOOK AT YOU e.U.

Titelbild und Farbwolke Rot/Blau: www.shutterstock.com

 

Literatur:

Vollmar, Klausbernd. Das große Buch der Farben. 2012

Heller, Eva. Wie Farben wirken. 2013

Causse, Jean-Gabriel. Die unglaubliche Kraft der Farben. 2014

Braem, Harald. Die Macht der Farben. Bedeutung & Symbolik. 2012

Mode. 3000 Jahre Kostüme, Trends, Stile, Designer. 2013

www.karrierebibel.de/Was Farben über die Psyche verraten/Sept. 2007

 

 

 

TEIL 1 

DIE BEDEUTUNG DER FARBE GRÜN 

 

 

Achtzig Prozent unserer Sinneseindrücke werden über die Augen wahrgenommen und Farben geben uns dabei wichtige Informationen. Sie dienen zur Orientierung und sie berühren uns bis ins tiefste Innere. Farben verändern sogar unseren Geschmack und sie beeinflussen unsere Entscheidungen. Farben wirken auf unsere Gestik, Mimik und haben Auswirkungen auf unsere Gefühle. Sie sind so allgegenwärtig, dass wir sie für selbstverständlich halten, aber

 

Farben haben die Macht uns zu lenken.

 

Das liegt daran, dass Farben zu einem der ältesten und größten Kommunikationssysteme der Welt zählen. Es handelt sich um ein evolutionäres Code-System, wobei der Farbe GRÜN eine spezielle Schlüsselrolle zukommt. Photosynthese betreibende Pflanzen sind die Grundlage des Lebens auf unserer Erde. Grün ist sozusagen die ‚erste Farbe‘ der Welt.

 

 

Grün entspannt

Wir haben dieses Wissen gespeichert und nehmen Grün als Signal und Garantie des Überlebens wahr. Wir können viele Grün-Nuancen von einander unterscheiden – mit ein bisschen Übung können wir bis zu hundert verschiedene Grünschattierungen erkennen. Unsere Körper ist sozusagen auf Grün gepolt. Diese Informationen sind in unserem Stammhirn abgespeichert und je mehr Grün wir sehen, desto weniger Stresshormone werden ausgeschüttet. Grün hat eine heilende Wirkung auf uns.

 

 

 

 

Grün wirkt auf unser psychisches Wohlbefinden

In der Natur ist Grün die häufigste Farbe. Mit ihr wird Leben und Wachstum assoziiert. Insbesondere im Frühling kündigt sie den Beginn der neuen Jahreszeit an. Es ist die Farbe der Frische und Natürlichkeit und im übertragenen Sinn der Hoffnung und der Zuversicht. Als Signalfarbe bezeichnet sie das Normale, das Unproblematische und das Positive. Es ist alles im ‚grünen Bereich‘ bedeutet, dass alle Vorgänge funktionieren oder erlaubt sind.

 

 

 Grüne Getränke

Was passiert, wenn wir grüne Smoothies trinken? Sie sind nicht nur trendig, sondern auch gesund. Gemüse- und Obstgetränke aus grünen, frischen Zutaten wirken wie ein Jungbrunnen. Durch den regelmäßigen Verzehr von grünen Gemüsesäften nehmen wir nicht nur Vitamine, sondern auch Eisen und Mineralien auf. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der grüne Pflanzenfarbstoff eine antioxidative Wirkung hat, freie Radikale neutralisiert und krebserregende Giftstoffe binden kann. Grün wirkt also auch von Innen.

 

 

Grüne Düfte beleben

Wie duftet Grün? Spontane Geruchserinnerungen in Verbindung mit der Farbe Grün sind frisch. Tanne, Zeder, Föhre oder geschnittenes Gras kommen mir in den Sinn. Gewürzdüfte in der Küche, wie Basilikum, Dille, Melisse oder der Duft von Rosmarin sind auch sofort präsent. In der Advent- und Weihnachtszeit holen wir uns immergrüne duftende Tannenzweige oder Fichtenbäume in unsere Wohnzimmer. Diese immergrünen Pflanzen verkörpern Lebenskraft, und daran glaubten auch die Menschen in früheren Zeiten. Geschmückte grüne Bäume, Kränze und Girlanden im Haus galten als Sinnbild des ewigen Lebens. Grüne Düfte haben etwas belebendes, reinigendes, kräftigendes und wirken meist stimmungshebend.

 

 

 

 

Grüne Kraft tanken

Grün ist die Farbe der Mitte: Die Farbe wirkt harmonisierend, beruhigend und entspannend. Je mehr wir in einer digitalisierten, schnelllebigen Welt leben, desto mehr sehnen wir uns nach diesem Ausgleich. Die Sehnsucht nach Natur und Natürlichkeit spiegelt sich auch im Einrichtungsbereich wider: Der urbane Lifestyle wird durch begrünte Wände, bepflanzte Dachgärten, Tapeten mit botanischen Mustern und Wohnaccessoires, die die Natur in unser Zuhause holen, belebt.

 

 

 

 

 

Grünes Gift

Das hässliche Giftgrün steht dem schönen Grün des Frühlings entgegen. Grün ist die Farbe des Gesunden und des Giftigen. Sie symbolisiert das Leben und den Tod. Grün war die Lieblingsfarbe Napoleons, der sich an den Arsenausdünstungen grüner Tapete in seinem Haus auf St. Helena vergiftete. Als französische Chemiker die Überreste seines Leichnams analysierten, entdeckten sie große Mengen Arsen in seinen Haaren und Fingernägeln. Im feuchten Klima von St. Helena löste sich das Gift aus Tapeten, Möbelstoffen und grün gefärbtem Leder. Intensiv grüngefärbte Textilfarben enthielten Grünspan und Arsen. Napoleon starb somit an einer schleichenden Arsenvergiftung.

 

 

Grüne Mode

Unter ‚grüner Mode‘ verstehen wir Labels, die nachhaltige Mode anbieten. Mode, die weder Umwelt noch Menschen ausbeutet, ist eigentlich kein Nischenprodukt mehr, aber die Branche steckt noch in Kinderschuhen. Konsumenten müssen umdenken und große Unternehmen in den Markt einsteigen. Anspruchsvolles Design und faire Mode sind zwar kein Widerspruch mehr, aber es liegt nach wie vor in der Hand kleiner Produzenten ‚Fair-Fashion‘ voranzubringen.

 

 

 

Farbe und Psyche

Was ist ihre Lieblingsfarbe? Farben können nicht nur Emotionen auslösen, sie verraten angeblich auch einiges über die Psyche, die Vorlieben und Charakterzüge eines Menschen. Der wohl berühmteste Farben-Test dazu ist der sogenannte Lüscher-Test, der 1947 von dem Schweizer Psychologen Max Lüscher entwickelt wurde. Der Lüscher-Test wurde immer wieder überarbeitet und verbessert und ermöglicht unter anderem Einblicke in das Selbstbild, die Leistungskraft und Stressverträglichkeit eines Menschen. Die Erkenntnisse daraus werden heute nicht nur in der Personalentwicklung, sondern auch für Produktdesign oder in der Medizin eingesetzt.

 

 

 Sie wollen mehr Informationen über eine individuelle Farb- & Stilberatung?

>> klicken Sie hier

 

TEIL 2

FARBBERATUNG – FARBHARMONIE 

 

Grün auf unserer Haut

Wenn uns die Farbe Grün so gut tut, warum tragen wir sie nicht direkt auf unserer Haut? Im Prinzip spricht nichts dagegen, aber den richtigen Grünton zu finden, der mit unserem natürlichen Hautkolorit harmonisiert, ist kein leichtes Unterfangen. Die Naturfarbe stärkt nach Ergebnissen der Farbpsychologie das Selbstwertgefühl, stabilisiert und wirkt  vertrauenerweckend. Sicher haben sie das Phänomen aber schon im Alltag beobachtet: Einer rothaarigen Frau mit pfirsichfarbenen Teint passen eben ganz andere Farben bzw. Grünnuancen als einer schwarzhaarigen Frau mit einem kühlen, bläulichen Hautunterton.

Jeder Mensch hat von Geburt an sein natürliches Kolorit, das sich aus drei Faktoren zusammensetzt: Hautton (Teint), Haarfarbe und Augenfarbe. Welche Farben, abgesehen von den Grüntönen, ihnen am besten zu Gesicht stehen, kann mittels individueller Farbtyp-Beratung festgestellt werden.

Die Entstehung und Entwicklung der Farbtypberatung begann bei dem Schweizer Kunstpädagogen Johannes Itten (1888-1967). Den Untersuchungen von Itten ist es zu verdanken, dass wir die Farbharmonien in den unterschiedlichen Jahreszeiten auch auf uns Menschen übertragen. Er beobachtete seine Studenten und stellte dabei fest, dass sie bei der Aufgabenstellung zusammenpassende Farbakkorde zu malen, intuitiv jene Farben wählten, die harmonisch zu ihren Haaren und ihrer Haut passten. In seinem Buch Kunst der Farbe (1961) beschrieb Johannes Itten seine Beobachtungen und kreierte daraus die erste Farbtypen-Lehre.

Die klassische Einteilung in die „Vier-Jahreszeiten-Farbtypen“ ist längst überholt. Die Jahreszeittypologie kann maximal als Basis bzw. Ausgangspunkt betrachtet werden. Heute wird im Zuge einer ganzheitlichen Farbberatung wesentlich präziser und individueller beraten.

Dennoch sind die vier Jahreszeiten ein gutes Beispiel für die unterschiedlichen Farben und deren Wirkungen. Im Winter prägen weiße und graue Töne der Schneelandschaft das Bild. Kalte Farben sind das Symbol für den Winter. Der Frühling bringt alle leuchtenden Grüntöne hervor. Das satte Gelb der Narzissen und das feurige Orange der Tulpen – alle warmen klaren Farben prägen das Bild dieser Jahreszeit. Der Sommer zeigt kühle Pastellfarben. Flirrende Hitze sorgt in dieser Jahreszeit für einen bläulichen Schimmer in der Luft. Im Herbst bestimmen Rostbraun, Weinrot oder Ocker das Bild. Die Sonne steht tiefer und der Nebel dämpft die leuchtenden warmen Farben.

 

 

 

 

 

Was ist das Ziel einer Farbberatung?

Das Ziel einer Farbberatung ist, die individuelle Farbpigmentierung zu bestimmen, die sich im Laufe des Lebens nur minimal ändert.  In Übereinstimmung mit der persönlichen Hautpigmentierung kann anschließend die äußere Farbgestaltung, beginnend bei der Kleidung, der Haarfarbe, dem Make-up und den dazu passenden Accessoires, im Einklang mit ihrer Persönlichkeit inklusive Farbvorlieben, harmonisiert werden.

In der Farbanalyse wird mittels spezieller Farbtücher der individuelle ‚Farbtyp‘ ermittelt. Das Resultat ist der Ausgangspunkt für ihre ‚Farbenwelt‘, um ein harmonisches, vitales Gesamtbild, unter Berücksichtigung vieler Faktoren, wie Statur, Stil, Beruf u.v.m., zu schaffen. Die dazu verwendeten Farb- bzw. Analysetücher in den verschiedenen Farben, helfen nicht nur den Unterschied der Farbwirkung eindeutig festzustellen, sondern zeigen auch gleichzeitig, welche Farbkombinationen für die Kundin/Kunden optimal sind.

 

Ihr Nutzen – Farben sind der Ausgangspunkt

Wahrnehmungspsychologisch werden FARBEN vor FORMEN erkannt. Farben werden zuerst wahrgenommen, erst dann fällt der Blick auf den Schnitt oder Stil. In diesem Zusammenhang ist es daher sinnvoll, mit einer Farbberatung zu beginnen. Ihr Auftreten wirkt sympathisch und gewinnender. Ihre Ausstrahlung wird durch die Auswahl der richtigen Farben optimiert. Nach einer Farbberatung ist ein gezielter Garderobenaufbau möglich. Sie sparen Zeit, da der Umgang mit Farben und Farbkombinationen erleichtert wird.

 

 

Lassen sie Farbe in ihr Leben, denn Farben haben Einfluss auf ihre optische Erscheinung, ihre Attraktivität, ihre Wirkung und Kommunikation!

 

 

Mehr Informationen für Ihre individuelle Farbberatung finden Sie >> hier

 

Isabella Jaburek-Nourry

  

 

 

 

 

Fotos:

Isabella Jaburek-Nourry / LOOK AT YOU e.U.

Titelbild: www.shutterstock.com

Literatur:

Vollmar, Klausbernd. Das große Buch der Farben. 2012

Heller, Eva. Wie Farben wirken. 2013

Wälde, Rainer. Die neue Farb- und Stilberatung. 2002

www.vouge.de/pantone ‚greenery’/Dec. 2016

www.karrierebibel.de/Was Farbe über die Psyche verraten/Sept. 2007

www.gesund.co.at/Warum Grüne Lebensmittel so gesund sind/Sept. 2017

www.zeit.de/lebensart/mode/2012-10/gruene-mode

 

 

Willkommen bei LOOK AT YOU!

Mein Name ist Isabella Jaburek-Nourry. Ich bin Stil- & Imageberaterin.

In meinen Blog-Einträgen informiere ich meine LeserInnen regelmäßig über Stil- & Image-Themen.

Stil beginnt mit einer gut durchdachten Garderobe bzw. einem perfekten Kombinationssystem. Wie das gut gelingen kann, auch mit nur wenigen Teilen? Lesen weiter.

 

 

 

Voller Kasten nichts anzuziehen

 

Mein letzter Garderobencheck war vor ca. fünf Jahren. Unsere Übersiedlung gab mir Anlass mich komplett von Altlasten zu trennen und einmal ein richtig gutes Kleiderordnungssystem zu finden. Das Ordnungssystem hat sich bis heute bewährt. Es ist übersichtlich, alles griffbereit, nicht zu viel und nicht zu wenig, gute Qualität, immer ordentlich – sofern alles gebügelt und gewaschen ist – egal für welchen Anlass. Einfach herrlich.

 

 

 

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Unser Konsumverhalten ist darauf ausgerichtet, viel Kleidung zu kaufen, zu horten oder diese nach Gebrauch einfach wegzuwerfen. Wer es nicht schafft, sich von seinen Kleidern zu trennen, hat das ewige Dilemma: Voller Kasten nichts anzuziehen!

Fast-Fashion macht es möglich: heute trendig, morgen out. In Billigproduktionsländern hergestellte Ware verliert aufgrund minderer Qualität schnell an Form und Farbe, hat keinen Tragekomfort und übersteht meist den ersten Waschgang nicht.

 

 

Quantität vor Qualität!

 

Wer Mode liebt, muss sich ein System zurechtlegen, das immer funktioniert und eine Garderobe aus vielfältig kombinierbaren Puzzleteilen schaffen, die der jeweiligen Lebensanforderung angepasst ist. Eine Business-Garderobe etwa muss den Balanceakt zwischen Komfort und Business-Dresscode meistern. Wichtig ist zu wissen, was Ihre Garderobe jetzt oder in Zukunft können muss.

 

 

„Erstaunlich viele Menschen erkennen nicht, in welchem Maße ihre Kleidung sie an eine Identität bindet,

die der Vergangenheit angehört.“ 

(Elika Gibbs)

 

 

Für Damen, die sicher gehen müssen, kein Outfit zweimal zu tragen, sind ausgeklügelte Ordnungsstrategien dienlich. Es gibt viele verschiedene Methoden für die perfekte Garderobe. Das richtet sich natürlich ganz nach den Platzgegebenheiten und Anforderungen. 

Zwei extreme Beispiele: Sängerin Jennifer Lopez verwendet beispielsweise eine spezielle Datenbank zwecks Kleiderregistrierung, um sicher zu sein, keine Kleider-Kombinationen zu wiederholen. Über die Garderobe von Queen Elizabeth – sie besucht ca. 300 Veranstaltungen jährlich – wird ebenso penibel Buch geführt. Das dient dazu, um nicht den Überblick zu verlieren – schließlich dürfe sie weder Hüte, Kleidung oder Schmuck mehrmals, innerhalb einer bestimmten Zeit, auf öffentlichen Events tragen. 

 

Man braucht nicht viele Kleidungsstücke, sondern nur die richtigen. Dennoch gilt: Sich von Altlasten zu trennen tut nicht nur der Seele gut. Es bringt erstaunlich viel Freiraum, Zeitersparnis und macht uns zufrieden und glücklich. Das Wort Glück mag hier vielleicht übertrieben klingen, ist es aber nicht. Denn wer ist mit Chaos wirklich glücklich ?

„Ich gehöre nicht zu diesen Menschen, die mit Chaos gut umgehen können. Ich brauche Ordnung und Übersicht. Das erleichtert mir das Leben und gibt mir Struktur.“ So ähnlich, oder sogar noch radikaler, denkt Marie Kondo. Die japanische ‚Profi-Aufräumerin‘ hat dafür ein perfektes System geschaffen.

Ihre „Magic Cleaning“ Philosophie hat ganz konkret mit Entscheidungen zu tun. Nämlich nur noch die Sachen zu behalten, die einem Freude bereiten und der Rest kann entsorgt werden. Laut Kondo sind das ca. zwei Drittel des Haushalts. Ausgemistet wird am besten Kategorie für Kategorie in folgender Reihenfolge: Kleider, Bücher, Papiere, Kleinkram, Erinnerungsstücke. 

 

 

Die LOOK AT YOU – Methode

 

Ende Sommer hat mich eine Kundin beauftragt, ihr bei einem großen Garderobencheck zu helfen. Ihre Pensionierung war der Grund sich endgültig von ihrer Businesskleidung zu trennen und frischen Schwung in ihren Kasten zu bringen.

Es wurde Kleidung aus drei verschiedenen Wohnsitzen sortiert, anprobiert, neu kombiniert, abgesteckt für den Änderungsschneider, für den Secondhandladen gesammelt, Erinnerungsstücke in Seidenpapier gepackt, Kleidung gestapelt, Kombinationen fotografiert, eine Einkaufsliste geschrieben usw. – nach ca. 5 Stunden konnte eine gute Übersicht und Systematik geschaffen werden. Den Feinschliff erledigte die Kundin selbst.

Die LOOK AT YOU-Methode ist eine Mischung aus Kondo-Methode, individuellen Wünschen und meinem Know-How, wie man gut kombiniert. Ein Garderoben-Check bedeutet nicht nur den Kasten aufzuräumen, sondern für die vorhandenen Kleidungsstücke ein optimales Kombinations-System zu schaffen, das den persönlichen Anforderungen entspricht. Sie sparen Geld, Zeit, vermeiden Impulskäufe, schaffen eine Übersicht und haben schließlich lange Freude an ihrer Garderobe.

 

Hier finden Sie weitere Informationen für > Ihre individuelle Garderobenplanung

 

Isabella Jaburek-Nourry 

Ihr Image- & Styleguide

Literatur:

Marie KONDO. Magic Cleaning. Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2013;

Elika GIBBS. Mit System zu gutem Stil. Busse Verlag GmbH, 2012.

 

Willkommen bei LOOK AT YOU!

Mein Name ist Isabella Jaburek-Nourry. Ich bin Stil- & Imageberaterin. In meinen Blog-Einträgen schreibe ich über Stil- & Image, Mode, Trends oder frage Menschen, die sich mit diesen Themen direkt oder indirekt auseinandersetzen. 

In diesem Beitrag geht es um Kleidung als Zeichensystem menschlicher Kommunikation. Ein Gespräch mit dem Schauspieler und Kabarettist Olivier Lendl aus Wien – bekannt für die Beobachtungsgabe der Spezies Mensch, seine Wortfeuerwerke und seinen Körpereinsatz auf der Bühne. 

 

 

 

Kleidung ist neben Mimik, Gestik und Sprache ein Zeichensystem menschlicher Kommunikation oder bewusst eingesetztes Ausdruckselement.  

 

 

 

 

Isabella: Was verraten Kleider und andere Maßnahmen der Körpergestaltung über ihre TrägerInnen?

Olivier: Meiner Meinung nach, ist es eine Art und Weise – bewusst oder unbewusst – einen Status anzuzeigen: arm oder reich, Businessman oder Sandler (Extremform), Punk oder nicht Punk – Lebenseinstellungen werden optisch dargestellt.

Mit Kleidung können Menschen anzeigen und ausdrücken, wer sie sind, was sie erreicht haben oder was sie gerne erreichen möchten. Das optisches Kontrastprogramm wäre  beispielsweise der Supermillionär in Jogginghose. Er zeigt damit, dass er teure Kleidung nicht mehr notwendig hat. Er hat sein Ziel bereits erreicht. Vielleicht ist es ja sogar besser, wenn er seinen Reichtum nicht all zu offen präsentiert.

 

 Glaubst du, dass Menschen erfolgreicher sein können, wenn sie die richtige Kleidung tragen?

Ja, kann ich mir durchaus vorstellen. Wenn ich einen erfolgreichen Geschäftsmann spielen muss, bewege ich mich dementsprechend auf der Bühne. Wir bekommen bei den Proben zwecks Rollen-Unterstützung eine Art Probekostüm.

Das hilft, die dafür erforderliche Körperhaltung einnehmen zu können. So kann ich mich bewusster auf die Figur konzentrieren und mich prozessartig auf die Rolle einstellen. Kleidung unterstreicht die Rollendarstellung – auf der Bühne natürlich extremer als im täglichen Leben.

 

Kleider – Eintrittskarte zu gesellschaftlichen Kreisen?

Ja, würde ich schon sagen. Nehmen wir als Beispiel den Dresscode in Künstlerkreisen. Er ist eher als Befreiung von jeglichen Dresscodes zu verstehen, denn Schauspieler, Musiker und Künstler suchen nicht nur nach darstellerischer Freiheit.  

Sie wollen sich von den normalen, arbeitenden Menschen abheben, unterscheiden. Das bedeutet, jegliche Art von Kleidervorschrift über Bord zu werfen. Die Einstellung bezüglich Kleidervorschriften zeigt das auch an: Künstlerische Freiheit auf allen Ebenen.

 

Lebenseinstellungen werden optisch dargestellt …

 

 

Du schlüpfst als Schauspieler in unterschiedlichste Rollen. Was hat im Endeffekt mehr Gewicht, der Text oder die (Ver-)Kleidung? Gibt das Kostüm der darzustellenden Figur den letzten Schliff?

Ja, eindeutig. Als Schauspieler agiere ich auch ohne Worte. Ich bekomme das passende Kostüm für die Rolle. Ich musste in einem Stück einen Taubstummen auf einem Weingut spielen. Allein das Kostüm zeigte schon an, dass ich in der Hierarchie am Weingut ganz unten stand.

Ohne Worte war klar, welche Rolle ich inne hatte. Das Kostüm unterstützt  die darzustellende Figur immens. Die Rolle ist vorgegeben und bekommt die entsprechende Kleidung. Eine Diva auf der Bühne trägt eventuell ein rotes, pompöses Kleid und Federboa. Sie erscheint auf der Bühne und das Kostüm unterstützt die gewünschte Wirkung ohne Worte. 

 

Kleidung oder Verkleidung – wo ist deiner Meinung nach der Schnittpunkt? Wann wirken Menschen verkleidet?

Ganz abgesehen von Mienenspiel und Gestik, achte ich natürlich auch auf die Bekleidung und habe diesbezüglich meine Beobachtungen gemacht.

Ein Beispiel: Frauen älteren Semesters sehen verkleidet aus, wenn die Garderobe nicht altersgerecht ist. Der Rock ist zu kurz, die Bluse zu eng, die Farben zu grell und das Make-up zu üppig. Die Kleider passen nicht zur Frau und umgekehrt. Das sieht komisch aus und wirkt auf mich wie eine Verkleidung. Das persönliche Erscheinungsbild sollte zur Person, aber auch zur Position passen.

 

Das verrückteste Kostüm, das du je getragen hast?

Federhose und ein Leiberl, wie vor hundert Jahren, inklusive Bodypainting. Ich war am ganzen Körper grau marmoriert. Für ein anderes Theaterstück wurde für mich eigens ein Anzug aus Matratzen gefertigt. Ich wurde total ausgepolstert und konnte mich kaum bewegen. Durch die mangelhafte Bewegungsfreiheit fühlte ich mich sehr alt.

 

Dein persönlicher Zugang zur Mode?

Der historische Zugang zur Mode, wie etwa die Beinkleider der Männer im Mittelalter oder die Anwendung der sogenannten Mühlsteinkrägen, interessiert mich sehr. Was du mir gerade erzählt hast, über die Mode nach der französischen Revolution, finde ich spannend. Ich persönlich bin jedoch ein totaler Mode-Muffel. Was ich für Mode halte, halten andere für eine Katastrophe.

 

Wann fühlst du dich (privat) ‚verkleidet‘?

Immer (lacht)! Das Problem an einem Mode-Muffel ist, er merkt nicht, wie er angezogen ist.

 

Du beobachtest Menschen, um anschließend die erworbenen Erkenntnisse in deine Stücke zu packen. Was war bisher deine interessanteste Beobachtung?

In einer U-Bahnstation telefonierte ein Mann im Business-Anzug lautstark. Seine Stimme und seine überzeugende Gestik wirkten dominant. Ich bin näher hingegangen und habe gesehen, dass sein Anzug schon etwas abgenutzt war. Der Saum war heruntergerissen, der Stoff wirkte alt und schäbig.

Als ich dann nochmals genauer hinsah, bemerkte ich, dass er gar kein Telefon in der Hand hatte. Er agierte so überzeugend, dass ich all diese Details auf den ersten Blick nicht erkannte.

 

Ihr arbeitet und probt aktuell für euer neues Stück  HEISS / Eine Saunarette.  Premiere ist am 18. Juni in Laxenburg in der Franzensburg. Laut Titel braucht dieses Stück nicht viel Kostüm? Möchtest du vorab schon was verraten?

Oh nein, ich darf nichts verraten. Einfach Tickets kaufen und den Abend genießen.

 

Vielen Dank für das Gespräch an   Olivier Lendl  

Isabella Jaburek-Nourry

Ihr Image- & Styleguide 

Titelbild: www.shutterstock.com 

 

 

Willkommen bei LOOK AT YOU!

Mein Name ist Isabella Jaburek-Nourry. Ich bin Stil- & Imageberaterin. In meinen Blog-Einträgen schreibe ich über Stil-, Image- & Mode-Themen. In diesem Beitrag habe ich ein Gespräch in der französischen Botschaft in Wien mit Madame Teixeira Da Silva – die Frau des Botschafters – über französische Mode, Stil und Dresscodes in der Diplomatenwelt geführt.

 

 

Madame Teixeira, sind Sie modeinteressiert? War das immer schon so?

Ja, sehr. Nein, das war nicht immer so. Mein Interesse für Mode wurde erst als Studentin in Paris geweckt. Als Zeichen der Zugehörigkeit zu einer Studentengruppe war es wichtig, gut gekleidet zu sein. In dieser Zeit begann ich als Assistentin einer Modejournalistin für die Zeitung Le Monde zu arbeiten. Später war ich auch für das Unternehmen Revlon tätig. Da habe ich viel über Mode gelernt und Gespür für Stil entwickelt.

 

Haben Sie einen Lieblingsdesigner und was bedeutet Stil für Sie?

Nein, ich habe keinen Lieblingsdesigner. Stil bedeutet für mich die Fähigkeit, Kleidung unterschiedlicher Stilrichtungen gekonnt zu mischen. Ich nenne das ‚mix and match‘. Teure Designerware oder Kleider aus dem Secondhand Shop mit unbekannten Labels so zu kombinieren, dass ein guter Gesamtlook entsteht.

Ein ‚Overall-Look‘ wird dadurch vermieden, denn alles nur von einer einzigen Marke zu zeigen, wirkt meist langweilig. Zu gutem Stil gehören natürlich das richtige Make-Up, eine gepflegte Frisur und passende Accessoires. ‚Overdressed‘, übertrieben angezogen zu sein, kommt für mich nicht in Frage.

 

Ihr Stil in drei Worten und ist Mode ein Spiegelbild der Gesellschaft?

Diskret – elegant – eklektisch. Ja, Mode ist immer ein Spiegelbild. Ein Spiegelbild sozialer Gruppen, ein Gefühlsbarometer oder Ausdruck einer Lebensweise – ‚way of life‘.

 

Müssen Sie als Frau des Botschafters einen strengen Dresscode einhalten?

Nein, überhaupt nicht. Ich kann total frei agieren, aber als Repräsentantin und Frau des Botschafters ist es für mich selbstverständlich bei Empfängen gut gekleidet zu erscheinen. Ich mache das bewusst, da es für mich zum guten Ton gehört.

In meiner Garderobe befindet sich genug Kleidung für alle möglichen Anlässe. Es gibt keinerlei Vorschriften und ich werde auch nicht kontrolliert. In Paris gibt es für die Frauen der Botschafter, vor der Entsendung in das Ausland, ein kurzes Training. Das ist alles.  

 

 

Mode ist immer ein Spiegelbild sozialer Gruppen, ein Gefühlsbarometer

oder Ausdruck einer Lebensweise. 

 

 

 

In diplomatischen Kreisen wird Wert auf passende Kleidung und gepflegtes Äußeres gelegt. Wie organisieren Sie Ihre Garderobe bzw. nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Kleidung für offizielle Empfänge in der Botschaft aus? Gewähren Sie uns einen Einblick?

Bezüglich Kleiderordnung für Diplomaten ist es vielleicht sinnvoll, zwischen Karrierediplomaten und Diplomaten, die nicht vom Außenministerium entsendet werden, zu unterscheiden. Bei Karrierediplomaten spielen Dresscodes – mein Mann trägt immer Anzug, Hemd mit Doppelmanschetten und Krawatte – sicher eine größere Rolle.

Wir empfangen hier, in dieser wunderschönen Residenz am Schwarzenbergplatz, ganz unterschiedliche Gäste: Minister, Künstler, Wissenschaftler, Musiker und Diplomaten aus der ganzen Welt. Ich möchte, dass sich unsere Gäste wohlfühlen und ich kleide mich, wie bereits erwähnt, diskret und elegant. Ich habe eine große Garderobe. Im Laufe der Zeit habe ich viele Erinnerungsstücke in der ganzen Welt gesammelt: Schmuck aus Senegal, Schuhe aus Paris, Kleider von unserem Aufenthalt in Portugal, um nur einige Beispiele zu nennen. Bisher habe ich alle Kleider und Accessoires behalten. Irgendwann kommt alles wieder in Mode.

 

Wer inspiriert Sie? Schauspielerinnen, Stil-Ikonen?

Eigentlich niemand, nicht einmal meine Mutter hat mich inspiriert. Im Laufe der Zeit entwickelte ich meinen eigenständigen Stil. Zur Anregung lese ich gerne Modemagazine und Fashion-Blogs.

 

Bei Stil, Eleganz und äußerem Erscheinungsbild geht es in erster Linie um die ‚Gesamtoptik‘. Zuerst sollte jedoch die Person gesehen werden und dann erst das Kleid, der Anzug, die Accessoires. Sind teure Marken ein Garant für einen stilvollen Auftritt?

Nein, überhaupt nicht. Markenware alleine genügt nicht, denn es zählt das Zusammenspiel von Manieren, Bewegung, Kleidung, Sprechweise und der Person selbst.

 

Französinnen zeigen Eleganz und Stilsicherheit und wirken dabei ganz gelassen. Anscheinend liegt das an der Einstellung zur Schönheit, die Kunst das Leben zu genießen – das Savoire-vivre. Wie sehen Sie als Französin dieses ‚Außenbild‘?

Ja, das stimmt. Wir haben diesen Ruf und sind stolz darauf. Es hat schon viel mit unserer Lebenseinstellung zu tun. Wir lieben es, uns gut zu kleiden, mit Freunden zusammen essen, auszugehen und das Leben zu genießen. Wenn ich in Paris bin treffe ich mich sehr gerne mit meinen Freundinnen zum Einkaufen und Bummeln. Wir achten auf ein gepflegtes Äußeres und auf gute Manieren. Allerdings zeigt sich das Straßenbild in der Modehauptstadt Paris sehr unterschiedlich. Nicht jede Frau kann sich ständig neue Kleider leisten und gestylt im Café sitzen. Das ist auch eine Frage des Einkommens und des Milieus.

 

 

Mode macht kulturelle Hintergründe, spezifische Wertvorstellungen und Lebenseinstellungen sichtbar.

 

 

Britinnen mögen sich kecker und ‚more crazy‘, Italienerinnen klassischer und Amerikanerinnen perfekter kleiden. Französinnen zeigen meist gekonnten Stilbruch und scheinen keinem Modediktat zu folgen. Sie haben in unterschiedlichen Ländern gelebt. Können Sie diese skizzierten Bilder bestätigen?

Wir haben in fünf verschiedenen Ländern gelebt. Die skizzierten Bilder stimmen nur bis zu einem gewissen Grad. Es kommt darauf an, wo man sich befindet: Im Stadtgebiet oder auf dem Land. In den Städten ist die Bevölkerung sicherlich modebewusster. In Moskau, um ein Beispiel zu nennen, trifft man auf modern gekleidete Menschen. Nur zehn Kilometer von der Stadt entfernt, sieht man Frauen mit den typisch buntgemusterten Kopftüchern. 

Das Stadt-Land-Gefälle fand ich immer sehr interessant. Mode ist ein Mittel der Kommunikation, aber sie funktioniert nicht in allen Ländern und Regionen gleich. Mode macht kulturelle Hintergründe, spezifische Wertvorstellungen und Lebenseinstellungen sichtbar. Allerdings werden ästhetische Ideale auch mit Hilfe von Massenmedien verbreitet und führen zu vereinheitlichten Geschmacksmustern.

 

Es gibt nichts besseres als seinen eigenen persönlichen Stil zu entwickeln. Was würden Sie einer ambitionierten Person raten? Womit beginnt man am besten?

Ich würde sagen, mit der Körperbewegung. Eine stilvolle Person muss sich entsprechend bewegen können. Eine korrekte Körperhaltung verhilft zu einem selbstbewussten Auftritt. Sprache und Wortwahl sind ebenso von Bedeutung. Manieren dürfen auf keinen Fall fehlen. Korrekte Kleidung, dezentes Make-Up und eine guter Haarschnitt sind ausschlaggebend für ein attraktives Auftreten. Das Zusammenspiel aller genannten Faktoren ergibt schließlich ein positives, harmonisches Gesamtbild. Eine Stil- und Imageberaterin zu buchen ist sehr zu empfehlen und eine Einkaufstour mit einem Privat-Shopper kann Wunder wirken.

 

Welche Mode-Basics oder Stil-Klassiker würden Sie jeder Frau empfehlen?

Einen Bleistiftrock, klassischen Blazer-Mantel, schwarze Hose, weiße Bluse, eine gut passende Jean, Blazer, eine schlichte Handtasche und last but not least das Kleine Schwarze.

Danke für das Gespräch an Madame Teixeira da Silva in der Französischen Botschaft in Wien / www.ambafrance-at.org

Isabella Jaburek-Nourry

 

Foto: www.shutterstock.com 

 

 

 

Willkommen bei LOOK AT YOU!

Mein Name ist Isabella Jaburek–Nourry. Ich bin Farb-, Stil- & Imageberaterin. In meinen Blog-Einträgen berichte ich über aktuelle Stil- & Modethemen, über Image und Trends oder ich spreche mit Menschen, die sich direkt oder indirekt mit diesen Themen auseinandersetzen.

Ich habe Billi Thanner in ihrem Atelier in Wien getroffen: Ein Gespräch mit der internationalen Künstlerin über das Phänomen Mode als Mittel zur Präsentation und die Geschichte der Farben.

 

 

Was ist das Hauptthema deiner Bilder?

Das Hauptthema in meinen Bildern ist die Weiblichkeit. Es geht mir um Gerechtigkeit, Unterstützung, Bewusstmachung und vor allen Dingen um Gleichstellung der Frauen. Ich bin keine Feministin, aber männliche Dominanz ist nach wie vor überall gegeben. In der nächsten Salonausstellung im Museum Angerlehner  (21. Mai bis 30 Juli 2017) mit dem Titel „Die Venus ist gekommen“ thematisiere und hinterfrage ich das Rollenbild der westeuropäischen Frau – das Idealbild der Frau: schön, begehrenswert und göttlich.

 

Warum die Nähe zur Mode?

Zwischen Kunst und Mode gab und gibt es eine Art ‚Dauerflirt‘. Künstler und Modedesigner inspirieren sich gegenseitig. Der gemeinsamer Nenner dieser beiden, sich nahestehenden Welten sind die Farben. Obwohl sich die Technik der Farbgewinnung im Laufe der Geschichte total verändert hat, gibt es keine Kunst und keine Mode ohne Farben. Trends an Farbvorgaben und die Farben die uns umgeben beeinflussen Designer sowie Künstler gleichermaßen.

 

Verschwommene Geschlechterrollen – auf den internationalen Laufstegen ist das schon geschehen?

Bei mir auch. Vor neun Jahren habe ich nach dem Vorbild der Venus von Botticelli eine Figur geschaffen, die beide Geschlechter zeigt. Jeder soll so sein wie er ist und wie er sich empfindet. Ich verurteile niemanden aufgrund seiner sexuellen Neigung – das ist diskriminierend.

 

 

 

 

Mode – ein Akt der Selbstfindung?

Kleider machen Leute? Der Akt der Verkleidung liegt in unserer Natur. Wir kleiden uns bewusst oder unbewusst, so wie wir eben wirken wollen. Eine Bankangestellte darf nicht mit offenen Schuhen und tiefem Ausschnitt in der Bank arbeiten. Sie muss in ein klassisches Kostüm schlüpfen. Die Frage ist, inwieweit wir unsere Kleidung anpassen bzw. uns verkleiden, um zu entsprechen.

Mädchen werden von Anfang an ‚richtig gekleidet‘ und noch dazu in Rosa – das ‚kleine Rot‘.  Wir wollen wieder unser Blau zurück, denn ursprünglich kleideten sich Frauen in der Farbe Blau und Männer in der Farbe Rot. Rot, die Farbe von Blut und Krieg, war eine traditionelle Männerfarbe und im Rokoko war Rosa eine Zeit lang der letzte Schrei der Männermode. Dieser Farbentausch ist das Ergebnis kommerzieller Gehirnwäsche.

 

Dein(e) Lieblingsdesigner/-in?

Brunello Cucinelli  ist mein Lieblingsdesigner.

 

Ich würde deinen Kleider-Stil als urban, feminin und lässig bezeichnen. Eine Kurzbeschreibung für Deinen Stil?

Nach Gefühl – bequem – elegant.

 

Dein Image – im Sinne von Erscheinungsbild?

Immer ‚cool‘ gestylt!

 

Danke für das Gespräch an Billi Thanner / www.billithanner.at / Instagram: @billithanner

Isabella Jaburek-Nourry

Image– & Styleguide